Die Pfarrei St. Felizitas und ihre sieben Söhne

Oben auf der Anhöhe steht die Pfarrkirche St. Felizitas und ihre sieben Söhne.

Ein Kleinod der Kirche ist die bedeutsame Schnitzfigur aus der Ulmer Schnitzkunstschule der heiligen Felizitas mit ihren sieben Söhnen; sie stammt aus dem Jahr 1505. Viel Gnade und Kraft geht für Generationen von Anriedern von dieser Darstellung der Heiligen aus. Seit 1875 ist die Figur aus Gründen der Erhaltung in der Originalfassung im Maximilianmuseum  Augsburg und ist 1997 in das Diözesanmuseum übergegangen. Die Figurengruppe der heiligen Felizitas und ihrer sieben Söhne ist heute in einer gelungenen Nachbildung auf dem linken Seitenaltar zu sehen.

Anried feiert als einzige Pfarrei der Diözese Augsburg das Patrozinium der heiligen Felizitas und ihrer sieben Söhnen am 10. Juli.

 

Die Legende sagt, dass Felizitas, eine christliche Witwe, ihren Glauben an Jesus Christus konsequent bezeugt hat. Sie wollte nicht den Götzen des Kaisers opfern und blieb standhaft in ihrem Glauben. Dies hat sie auch ihren sieben Söhnen, Januarius, Felix, Philipp, Silvanus, Alexander, Vitalis und Martial gelehrt und vorgelebt. So starben sie den Märtyrertod im Jahr 162 in Rom unter Kaiser Marc Aurel.

Die im 11. Jahrhundert gegründete Rodsiedlung besaß schon im Mittelalter eine Kirche.

Diese Kirche, von der nur noch der spätgotische Turm erhalten ist, wurde 1493 neu geweiht. 1712 bekam der Turm ein neues Spitzdach und 1829 heißt es von diesem „Bau“, dass er „eher einer Kapelle als einer Kirche“ gleiche. So wurde die Kirche abgebrochen und im Jahr 1843 durch den jetzigen Bau ersetzt. Der größere Teil der einstigen Ausstattung (Altäre und Kanzel) stammt aus der Zeit um 1880.

Bei der letzten Renovierung im Jahr 1990 wurde die Pfarrkirche innen und außen renoviert. Der Turm bekam ein komplett neues Spitzdach. Die Renovierung wurde mit der Weihe des neuen Volksaltares am 22.09.1991 abgeschlossen. Der Altar enthält die Reliquien der Hl. Märtyrerin Christina und des Hl. Erhard.

Im Inneren der Kirche stellen die Deckengemälde, die aus dem Jahr 1911 stammen, im Altarraum die Hl. Dreifaltigkeit und im Langhaus das Pfingstwunder dar. Oberhalb des Chorbogens befindet sich ein Pelikan mit der Inschrift „Jesus wahrer Pelikan“: Jesus opfert sich für uns Menschen, wie der Pelikan für seine Jungen.

Das von Josef Scherer aus Ettelried stammende Hochaltarbild zeigt die Hl. Felizitas mit ihren sieben Söhnen. Umrahmt wird dieses Bild von zwei Holzfiguren aus dem Jahr 1880, links der Hl. Petrus, rechts der Hl. Paulus.

 

Die Bilder der Seitenaltäre zeigen links Johannes den Evangelisten und Johannes den Täufer, rechts Christophorus mit Apostel Andreas.

Das Taufbecken neben dem rechten Seitenaltar stammt aus dem Ende des 19. Jahrhunderts. Auf dem Deckel wird  die Szene der Taufe Jesu am Jordan durch Johannes den Täufer dargestellt.

 

 

Im Herbst 1987 gestaltete Herr Josef Müller die Mariengrotte, da seine Frau eine große Marienverehrerin war und schon vor der Flurbereinigung in der Nähe ein Kreuz stand. Dieser Ort zieht seither viele Leute an um zu beten und die wunderschöne Aussicht über die Reischenau zu genießen.

Seit über 15 Jahren findet am Pfingstmontag bei schönem Wetter der Bittgang statt; so kommen die Gläubigen der Pfarreien Anried, Ettelried und Fleinhausen zur Mariengrotte, auch „Müllergrotte“ genannt. Dort auf der Anhöhe zwischen Anried und Fleinhausen wird gemeinsam die Heilige Messe gefeiert.