Pfarrei St. Katharina

Gewissermaßen als Eckpfeiler des einmaligen Ensembles thront sie leicht erhöht über dem Ettelrieder Dorfplatz: die Pfarrkirche St. Katharina. Gestiftet wurde die Pfarrei von den Herren von Rauhenberg. Ein gotisches Bauwerk ersetzte den vermutlich hölzernen Vorgängerbau. In der Kirche ist die Jahreszahl 1491 vermerkt.

Im Jahre 1688 erfolgte eine rigorose Umgestaltung im Stile des Barock. Verantwortlich zeichnete der Künstler und Baumeister Johann Schmuzer aus Wessobrunn. "Bemerkenswert sind die von ihm geschaffenen Fresken im Gewölbe des Altarraumes. Die Holzvertäfelung des Langhauses stammt von dem Augsburger Gregor Schwamberger.  Der Kistler Joseph Langenmair schuf 1692 das Chorgestühl", hält der Heimatverein Reischenau auf seiner Internet-Seite über die Ettelrieder Kirche fest.

Das benachbarte Pfarrhaus, ebenfalls ein zentraler Bestandteil des Dorfplatz-Ensembles, stammt aus dem Jahr 1766. Es wurde in der Vergangenheit mehrfach von Grund auf saniert.

 

Größere Renovierungs- und Ausbauarbeiten im Innenraum sind für die Jahre 1876 bis 1882 belegt. Die Ettelrieder Kunstmaler Joseph, Alois und Johann Scherer hatten sich dieser Aufgabe angenommen, "wozu Joseph Scherer fast sein gesamtes Vermögen in Höhe von 30.000 Mark verwendete", wie der Heimatverein schreibt.

Im Jahre 1879 hatten die Kunstmaler Scherer neben der Kirche die noch heute benutzte Seelenkapelle geplant und errichten lassen. Die Kapelle beeindruckt mit ihrer prächtigen Ausstattung an Bildern und Fresken.

Das imposante Friedhofsportal im Stil der Neurenaissance datiert auf das Jahr 1896.

1953 wurde der Kirchenbau mit neuem Außenputz versehen und das Dach neu gedeckt, 1954 an dem Turm der Außenputz, der Dachstuhl und die Kupferbedachung erneuert.

Die Kirche mit der Seelenkapelle und Friedhofsportal sowie auch der benachbarte Pfarrhof sind in die Liste der schützenswerten Baudenkmäler aufgenommen.

Die Kirchenpatronin ist die Heilige Katharina von Alexandrien. Ihr Gedenktag ist der 25. November. Ihre Heiligenlegende berichtet unter anderem davon, dass sie wegen ihres christlichen Glaubens gerädert werden sollte. Allerdings, so die Legende, zerbrach das Rad. Daher wird die Heilige häufig mit einem zerbrochenen Rad dargestellt. Abgeleitet davon gab es in früheren Tagen den Brauch, dass am "Kathrein-Tag" alle Räder ruhn mussten, "also auch das Spinnrad, das Mühlrad, das Wagenrad, später auch das Fahrrad", wie das Heiligenlexikon vermerkt.

Schererkapelle

Mit der Schererkapelle verfügt Ettelried noch über ein weiteres bauliches Kleinod. Die Wegekapelle befindet sich am südlichen Ortsausgang. Die 1870 erbaute Kapelle wurde von Joseph Scherer gestiftet und ausgestattet, was ihr den Namen "Schererkapelle" einbrachte. Sehenswert sind die beiden Bleiglasfenster aus dem 19. Jahrhundert. Sie zeigen die Heiligen Paulus und Petrus. Wegekapelle steht unter Denkmalschutz.

Bildstock am westlichen Ortsrand

Eine Figur der Muttergottes Maria, die das Jesuskind auf dem Arm trägt, zeigt ein Bildstock am westlichen Ortsrand. Auch dieser Bildstock ist ein geschütztes Baudenkmal.