Pfarrei St. Nikolaus

Im Ortszentrum von Fleinhausen, auf einer kleinen Anhöhe vom Friedhof umgeben, thront unsere Pfarrkirche St. Nikolaus.

 

Schon im Jahre 1100 wurde auf Anordnung des Domkapitels Augsburg  Fleinhausen eine Pfarrei. Papst Cölestin II bestätigt am 26.11.1143 den Pfarrsatz von Fleinhausen.

 

Es liegt die Vermutung nahe, dass die erste Kirche aus Holz gebaut war.

Kirchenpatron soll damals der heilige Johannes der Täufer gewesen sein.

Sie war Mutter- und Taufkirche der umliegenden Orte und zwar für Grünenbaindt, Anried, Ettelried, Engertshofen und einen Teil von Gabelbach.

 

Eindeutig lässt es sich nicht nachweisen, ob diese erste Kirche ein Raub der Flammen oder ob sie als baufällig abgebrochen wurde.

Aus den Rechnungen des Bischöflichen Siegelamtes vom Jahre 1473 geht hervor, dass den „beiden Heiligenpflegern von Fleinhausen“ die Genehmigung erteilt wurde, ein neues Gotteshaus zu bauen. Der Baumeister ist unbekannt;

es dürfte sich aber um den selben Meister handeln, der die Pfarrkirche von Jettingen im gleichen gotischen Stil erbaute. Kirchenpatron des in den Jahren 1473/74 errichteten Gotteshauses ist wohl auf Bitten der alten Kauf- und Fuhrleute, die in der „Taferne“ von Fleinhausen übernachteten, der Wegeheilige und Patron der Kaufleute „St. Nikolaus“ geworden. Die Weihe wurde vollzogen vom Bischof von Augsburg Johann II., Graf von Werdenberg.

 

Bis zum Wallfahrtsverbot 1805 wurde die Kirche von nah und fern als Wallfahrtsstätte besucht. Weil das Kirchlein viel zu klein war, wurden die Gottesdienste zu Ehren des „wundertätigen heiligen Kreuzes von Fleinhausen“ im Freien abgehalten. Im 30-järigen Krieg wurde die Kirche erheblich beschädigt. Nach einem „Wallfahrtsbeschrieb“ wurde zeitweise während dieses Krieges das wundertätige Kreuz in der „Taferne“ von Fleinhausen versteckt. Von 1694 – 1805 sind insgesamt 454 Gebetserhörungen aufgezeichnet. Die Wundertätigkeit des Kreuzes lebt in der Geschichte fort.

 

Das Äußere der Pfarrkirche ist eine der wenigen einheitlichen spätgotischen Baukörper im ganzen Landkreis erhalten geblieben. Unverändert grüßt der freundliche Turm mit seinen gotischen Stufengiebeln wie seit über fünf Jahrhunderten hinaus ins Zusamtal.

Markant für den schlichten Innenraum, ist der neugotische Hochaltar mit dem „wundertätigen Kreuz“, ein bedeutendes Schnitzwerk. Der Korpus ist nahezu lebensgroß.

Die mit Ornamenten bemalte Holz-Kassetendecke ist mit der Jahereszahl 1730 signiert.Von einem der Ettelrieder Künstlerfamilie Scherer wurden die beiden Glasbilder – St. Nikolaus und St. Ulrich – in den Chorfenstern geschaffen.

Der Seitenaltar auf der linken Seite ist der hl. Maria und der auf der rechten Seite dem hl. Nikolaus geweiht.

 

Wesentliche Renovierungen erfolgten in den Jahren 1840/41, 1882, 1929, 1973, 1988/90, 2010/11 und 2014.

 

Patrozinium wird am 06.12. gefeiert, am Nikolaustag.

 

Die Herz-Jesu-Kapelle Fleinhausen

 

Es war Anfang der 90er Jahre als die „Erbauerin“ der Herz-Jesu-Kapelle von Fleinhausen eine ganz persönliche Gotteserfahrung machen durfte, bei der ihr die Liebe Gottes so einmalig bewusst wurde, dass sie ein tiefes Bedürfnis empfand, einen Ort zu schaffen, an dem auch andere dieser Liebe Gottes begegnen konnten. (unsere Kirchen müssen heutzutage ja aus Sicherheitsgründen oft verschlossen sein)

Kurz zuvor hatte sie unerwarteter Weise von einem Verwandten ein Waldstück zwischen Fleinhausen, Gabelbach und Steinekirch bekommen und ihr wurde klar, dass sie dort irgendwann eine kleine Kapelle bauen wird. Der Platz war wie „hergerichtet“.  Es gab keinen Zweifel, es war wie eine „Tatsache“ jedoch ohne irgendeinen Zwang, weshalb der Bau dann auch erst im April 1998 begonnen wurde. 

Viele Verwandten, Freunde und Bekannten boten Ihre Hilfe von sich aus an und machten aus der Kapelle das, was sie heute ist. Besonders erwähnenswert ist vielleicht, dass die Kreuzwegbilder von einer Großtante sind, welche diese schon in jungen Jahren vom damaligen Ortspfarrer, Dekan Prölle, geschenkt bekommen hatte.

Dass es eine „Herz-Jesu-Kapelle“ werden sollte, war von Anfang an sicher. Als sie jedoch vergeblich  nach einer schönen Herz-Jesu-Figur in der passenden Größe  gesucht hatte, gab sie dieses Problem im Gebet an Jesus ab. Als sie am darauffolgenden Morgen beim Griff nach dem Wecker das Bild vom Barmherzigen Jesus in der Hand hielt war ihr klar,  dass diese Darstellung des Hl. Herzens Jesu der Mittelpunkt der Kapelle sein soll.

Am 07. Juli 2000 ist die Kapelle dann von Pfarrer Adalbert Brandmair eingeweiht worden. An diesem Tag wurde die Kapelle auch symbolisch der Pfarrgemeinde Fleinhausen übergeben und steht für jeden offen.

Viele Besucher kommen um in der Kapelle Trost und Hilfe beim Barmherzigen Jesus zu suchen und sicher auch zu finden, oder einfach nur um bei ihm zur Ruhe zu kommen.

 Auf Initiative des Fleinhauser Pfarrgemeinderates wird jedes Jahr am Herz-Jesu-Fest (soweit es das Wetter zulässt) eine Hl. Messe bei der Kapelle gefeiert, bei der auch die Gläubigen aus den umliegenden Gemeinden teilnehmen. 

 

Anmerkung der Erbauerin: Im Nachhinein glaube ich, dass der Bau der Kapelle schon lange vor meiner Zeit geplant war. Zu viele Dinge waren einfach schon „vorbereitet“. 

Sternwallfahrt an Christi Himmelfahrt in Fleinhausen

An Christi Himmelfahrt sind alle recht herzlich zur Sternwallfahrt (Bittgang)

nach Fleinhausen eingeladen. Alle Ortsteile der Pfarreiengemeinschaft schließen sich zu einer Sternwallfahrt zusammen und kommen nach Fleinhausen zu einem feierlichen Gottesdienst im Freien mit Blasmusik.

Anschließend wird mit Leberkässemmeln und Getränken noch gemütlich zu einem kleinem Plausch zusammengesessen, bis sich die Bittgänger der verschiedenen Ortsteile wieder auf den Heimweg machen.

Aktionen

  • Pfarrausflüge, Pfarrfamiliennachmittage
  • Bittgang zum Endreskreuz Fleinhausen
  • Bittgang zur Herz-Jesu-Kappelle
  • Bittgang zur Müllergrotte nach Anried
  • Sternwallfahrt an Christi Himmelfahrt in Fleinhausen