Die Pfarrei St. Peter und Paul

Im Zentrum von Grünenbaindt liegt innerhalb des ummauerten Friedhofs die Pfarrkirche St. Peter und Paul.

Die Silhouette der Kirche hat die Form eines Kreuzes - mit dem Langhaus und dem Kirchturm Richtung Süden und der Sakristei Richtung Norden.

 

Der Zugang zum Gotteshaus führt über ein Vorzeichen mit einem Geißelchristus aus dem 18. Jahrhundert. 

Die Empore mit der Orgel (um 1860)  thront über gut einem Viertel des Langhauses und endet in einer vorschwingenden Brüstung auf zwei hölzernen Säulen.

 

Am Ende der Empore, nach links schauend, fällt der Blick in der Mitte des Langhauses auf drei Figuren:

Rechts der Hl. Franz von Assisi (18. Jahrhundert), in der Mitte der Hl. Sebastian und links der HI. Antonius mit dem Jesuskind. 

Im Langhaus rechts neben der Kanzel sieht man eine Pieta (Mutter Gottes mit Leichnam Jesu im Schoß) aus dem 18. Jahrhundert. Sie stammt aus der 1935 abgebrochenen Seelenkapelle.

 

Die Kanzel (um 1680/90) besteht aus  marmoriertem Holz. Der fünfseitige Korb hat profilierte Gesimse, an den Ecken Halbsäulchen mit korinthischen Kapitellen, dazwischen rundbogige Muschelnischen mit den Statuetten der vier Evangelisten. An der Stirnseite erkennt man das Herz Jesu.

Über der Kanzel befindet sich ein niedriger Schalldeckel mit einer „Hl.-Geist-Taube“, auf dem Schalldeckel eine Holzfigur des Erzengels Michael.

Die Deckenbilder im Langhaus stellen Maria Himmelfahrt und eine Taufszene mit den Heiligen Petrus und Paulus dar.

 

Beidseits des Langhauses, vor dem Chorbogen, befinden sich große Nischen.

Bis 1971 standen dort Seitenaltäre. Vor der linken Seitennische steht auf einer Säule eine Marienstatue mit Jesuskind (15. Jahrhundert). Daneben, auf einem kleinen Tisch, liegt das Johanneshaupt auf einer Holzschale (17. Jahrhundert).

Ebenfalls links findet sich eine von den Grünenbaindter Frauen gestiftete kleine Muttergottesfigur, die in der Adventszeit, beim Frauentragen, durch die Haus-halte wandert.

 

Das Taufbecken in der rechten Nische (19. Jahrhundert) besteht aus Holz mit einem achteckigen, marmorierten Becken über einem achteckigen Fuß. Über dem Taufstein ist eine „Hl.-Geist-Taube“ in einem goldenen Strahlenkranz angebracht, rechts davon die Mutter Gottes mit dem Jesuskind und links der Hl. Johannes, der Evangelist.

Der Chorraum der Kirche wird durch einen weiten Chorbogen mit gefasstem Sockel vom Langhaus abgehoben.

Das Mittelbild des neubarocken Hochaltars (um 1860) zeigt die Kreuzigungsgruppe, gemalt von Joh. Nep. Weckerle.

Flankiert wird es von korinthischen Säulen und gefassten Heiligenfiguren der Kirchenpatronen, rechts dem Hl. Paulus mit Schwert, links dem Hl. Petrus mit den Himmelsschlüsseln.
In der Mittelnische über dem Hochaltar steht eine Statue der Hl. Maria lmmaculata (die Unbefleckte) aus dem frühen 18. Jahrhundert.

 

Der Tabernakel mit flachem Dreiecksgiebel wird seitlich von Putten aus dem 17./18. Jahrhundert umrahmt.

 

Neben dem Hochaltar, an der linken Chorraumwand, befindet sich ein Gemälde der HI. Mutter Anna (1520 - 1550), das bei Restaurierungsarbeiten 1993 "entdeckt" wurde.

 

Die Figur der Hl. Barbara (1520), die rechts vom Hochaltar steht, stammt von einem Ulmer Künstler und stand früher in einer abgebrochenen Feldkapelle. Der Hl. Josef mit dem Jesuskind auf dem Arm, ebenfalls im Chorraum rechts, ist aus dem 18. Jahrhundert.

 

Das neuromanische Chorgestühl entstand um das Jahre 1860. An der rechten Chorbank ist eine Tragfigur der HI. Maria und an der linken Chorbank ein Vortragekreuz aus dem 18./19. Jahrhundert befestigt.

Das Ewige Licht hängt über dem Volksaltar in einem Silberleuchter.

Das Deckengemälde im Chorraum zeigt Christi Himmelfahrt.

Rechts im Chorraum beginnend laden die 14 Stationen des Kreuzweges zu einem Rundgang durch die Kirche ein.

 

1993 wurde die 1882 erbaute Sakristei durch eine zweistöckige Sakristei ersetzt. Die HI. Familie über der Sakristeitüre datiert aus dem 18. Jahrhundert. Ebenfalls in der Sakristei findet sich ein Kruzifix aus dem Jahre 1490.

Der Grünenbaindter Kirchturm ist mit vier Glocken bestückt. Drei der Glocken wurden 1949 von der Gemeinde Grünenbaindt gestiftet. Die größte der drei Glocken, zum Gedenken der Gefallen und Vermissten der beiden Weltkriege, ist dem Hl. Martin und dem Hl. Sebastian geweiht. Mit dieser Glocke wird am Sonntag beim Wettersegen geläutet.

Die zweite Glocke ist dem Hl. Bruder Konrad, die dritte Glocke ist den Kirchenpatronen geweiht.

Auf der vierten Glocke, der Sterbeglocke, aus dem Jahr 1925  befinden sich die Embleme der Gottesmutter und des Hl. Josef.

 

 

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